Fugenmörtel-Verbrauch berechnen: kg/m² aus Format, Fuge und Produkt
Fugenmörtel ist der einzige Baustoff auf dieser Seite, für den es keinen Faustwert braucht: Vier Zahlen von dir, eine Zahl vom Hersteller, eine geschlossene Formel – und das Ergebnis stimmt aufs Gramm.
Eimer kaufen
× 5 kg
Sopro DF 10 DesignFuge Flex 1–10 mm · 5 kg insgesamt
- Fläche
- 12m²
- Fliesenformat
- 600 × 600 × 10mm
- Fugenbreite
- 3mm
- Fugenanteil der Fläche
- 1%
- Verbrauch
- 0,15kg/m²
- Bedarf
- 1,98kg
- Reichweite je Gebinde
- 33,3m²
Das musst du kaufen
Bei 0,15 kg/m² fällt der Waschverlust ins Gewicht: ARDEX beziffert im Datenblatt zu G 10 das Material, das als Schleier auf den Fliesen bleibt statt in der Fuge, mit 0,05 bis 0,10 kg/m². Das sind hier 33,33 bis 66,67 Prozent obendrauf – mehr, als die meisten Sicherheitszuschläge abdecken.
Hintergrund und Datengrundlage
Ab hier steht, woher die Zahlen kommen: der Rechenweg mit deinen Eingaben, die Datentabellen, der Produktvergleich und die Quellen. Für die Einkaufsliste brauchst du das nicht.
So wird gerechnet
Mit deinen Eingaben eingesetzt — jeder Schritt einzeln nachrechenbar.
- Fugenlänge je m²0,00333 je mm
(L + B) ÷ (L × B)
= (600 mm + 600 mm) ÷ (600 mm × 600 mm)
Kennwert: Vorfaktor der Formel: Jede Fliese trägt die Hälfte der sie umgebenden Fugen. Das Ergebnis ist die Fugenlänge je Quadratmeter Belag.
- Mittlere Schichtdicke0,1 mm
Fugenlänge × Fugenbreite × Fugentiefe
= 0,00333 × 3 mm × 10 mm
Kennwert: Das Fugenvolumen, gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt gedacht. Fugentiefe = Fliesendicke: PCI, Sopro und ARDEX verlangen übereinstimmend, die Fuge auf Plattenstärke auszukratzen und voll zu füllen.
- Verbrauch0,15 kg/m²
Schichtdicke × Rohdichte
= 0,1 mm × 1,5 kg/dm³
Kennwert: ((600 + 600) ÷ (600 × 600)) × 3 mm × 10 mm × 1,5 kg/dm³. Rohdichte: 1,5 kg/dm³, aus den beiden Verbrauchsangaben der Technischen Produktinformation zurückgerechnet (beide gehen exakt auf). Freigegebener Fugenbreitenbereich 1 bis 10 mm laut Merkblatt Sopro DF 10.
- Grundbedarf1,8 kg
Fläche × Verbrauch
= 12 m² × 0,15 kg/m²
- Sicherheitszuschlag1,98 kg
Grundbedarf × (1 + Zuschlag)
= 1,8 kg × 1,1
- Gebinde1 × Eimer
aufgerundet auf ganze Gebinde à 5 kg
= 1,98 kg ÷ 5 kg = 0,4
Fugenbreitenbereich, Klassifizierung und Rohdichte der sechs hinterlegten Produkte
Die Rohdichte ist die einzige produktabhängige Zahl in der Formel – und sie streut um ein Drittel. Der Fugenbreitenbereich entscheidet darüber, ob der Rechner überhaupt ein Ergebnis ausgibt.
| Produkt | Fugenbreite | DIN EN 13888 | Rohdichte ρ | Herkunft der Rohdichte | Merkblatt |
|---|---|---|---|---|---|
| Sopro DF 10 DesignFuge Flex | 1 – 10 mm | CG2 WA | 1,5 kg/dm³ | aus beiden Verbrauchsangaben zurückgerechnet, beide exakt | TPI 09/2021 |
| Sopro FL plus FlexFuge plus | 2 – 20 mm | CG2 WA | 1,5 kg/dm³ | aus beiden Bedarfsangaben zurückgerechnet | TPI 01/2026 |
| PCI Nanofug | 1 – 10 mm | keine Angabe im Merkblatt | 1,5 kg/dm³ | aus allen vier Verbrauchsangaben zurückgerechnet | TM 03/2026 |
| ARDEX G 10 PREMIUM | 1 – 10 mm | CG2 WA | 1,8 kg/dm³ | im Datenblatt genannt („Frischgewicht des Mörtels ca. 1,8 kg/l“) | TDB 07/2020 |
| ARDEX GK Belastungsfuge | ab 4 mm, ohne Obergrenze | CG2 A (nur Produktseite) | 2,0 kg/dm³ | aus der Materialbedarfstabelle zurückgerechnet | TDB 06/2022 |
| PCI Durapox Premium (Epoxidharz) | 1 – 20 mm | RG | 1,6 kg/dm³ | im Merkblatt genannt („ca. 1.600 g/m² und mm Schichtdicke“) | TM 455, 02/2019 |
CG = zementhaltiger Fugenmörtel, RG = Fugenmörtel aus Reaktionsharz. Die Ziffer 2 steht für erhöhte Anforderungen, W für verringerte Wasseraufnahme, A für hohe Abriebbeständigkeit. Zwei Einschränkungen stehen bewusst so in der Tabelle: Das Merkblatt von PCI Nanofug nennt in der Ausgabe 3/26 keine EN-13888-Klasse, und bei ARDEX GK steht die Klasse CG2 A nur auf der ARDEX-Produktseite, nicht im PDF-Datenblatt. Wir tragen an solchen Stellen nichts nach.
Verbrauch nach Fliesenformat – bei gleicher Fuge, gleicher Tiefe, gleichem Produkt
Jede Zeile ist mit der Formel oben gerechnet: 3 mm Fugenbreite, 10 mm Fugentiefe, Rohdichte 1,5 kg/dm³. Nur das Format ändert sich. Zwischen Mosaik und Großformat liegt der Faktor 30 – und genau deshalb kann kein einzelner kg/m²-Wert für beide gelten.
| Fliesenformat | Fugenanteil | Verbrauch | Bedarf für 12 m² | gegenüber 60 × 60 |
|---|---|---|---|---|
| 2 × 2 cm (Mosaik) | 30 % | 4,5 kg/m² | 54 kg | 30 × |
| 5 × 5 cm (Mittelmosaik) | 12 % | 1,8 kg/m² | 21,6 kg | 12 × |
| 10 × 10 cm | 6 % | 0,9 kg/m² | 10,8 kg | 6 × |
| 15 × 15 cm | 4 % | 0,6 kg/m² | 7,2 kg | 4 × |
| 20 × 20 cm | 3 % | 0,45 kg/m² | 5,4 kg | 3 × |
| 30 × 30 cm | 2 % | 0,3 kg/m² | 3,6 kg | 2 × |
| 30 × 60 cm | 1,5 % | 0,225 kg/m² | 2,7 kg | 1,5 × |
| 60 × 60 cm | 1 % | 0,15 kg/m² | 1,8 kg | 1 × |
| 60 × 120 cm | 0,75 % | 0,113 kg/m² | 1,35 kg | 0,75 × |
| 120 × 120 cm | 0,5 % | 0,075 kg/m² | 0,9 kg | 0,5 × |
Alle Werte mit der Formel ((L + B) ÷ (L × B)) × Fugenbreite × Fugentiefe × ρ berechnet, angesetzte Rohdichte ρ = 1,5 kg/dm³ – der Wert, den sowohl Sopro (DF 10, FL plus) als auch PCI (Nanofug) ihren eigenen Verbrauchsangaben zugrunde legen. Mit ARDEX G 10 (1,8 kg/dm³) liegt jede Zeile 20 Prozent höher, mit ARDEX GK (2,0 kg/dm³) ein Drittel. Die Fugentiefe ist einheitlich mit 10 mm angesetzt, damit allein das Format wirkt; echtes Mosaik ist dünner und verbraucht entsprechend weniger. Die Formel vernachlässigt das Eckstück der Fuge und rechnet mit dem Fliesenmaß statt mit dem Achsmaß – dadurch liegt sie bei 60 × 60 cm rund 0,8 Prozent auf der sicheren Seite.
Sechs Produkte, ein Boden: 12 m² Feinsteinzeug 60 × 60
Zwölf Quadratmeter Feinsteinzeug 60 × 60 × 10 mm, 3 mm Fuge, ohne Sicherheitszuschlag. Zwei Dinge fallen auf: Die Mengen sind winzig – und ein Produkt liefert gar kein Ergebnis, weil es für 3 mm nicht freigegeben ist.
Bezugsfall der Tabelle: 12 m², Fliese 600 × 600 × 10 mm, Fugenbreite 3 mm, ohne Sicherheitszuschlag
| Produkt | Verbrauch | Bedarf für 12 m² | Kleinstes Gebinde | Zu kaufen | Merkblatt |
|---|---|---|---|---|---|
| SoproSopro DF 10 DesignFuge Flex 1–10 mm | 0,15 kg/m² | 1,8 kg | 1 kg Eimer | 1 × 5 kg | 2021-09 |
| SoproSopro FL plus FlexFuge plus 2–20 mm | 0,15 kg/m² | 1,8 kg | 5 kg Beutel | 1 × 5 kg | 2026-01 |
| PCIPCI Nanofug (Technisches Merkblatt, Ausgabe 3/26) | 0,15 kg/m² | 1,8 kg | 4 kg Beutel | 1 × 4 kg | 2026-03 |
| ARDEXARDEX G 10 PREMIUM Flex-Fugenmörtel | 0,18 kg/m² | 2,16 kg | 5 kg Eimer | 1 × 5 kg | 2020-07 |
| ARDEXARDEX GK Belastungsfuge | für 3 mm nicht freigegeben | – | 25 kg Sack | – | 2022-06 |
| PCIPCI Durapox Premium (Technisches Merkblatt 455) | 0,16 kg/m² | 1,92 kg | 2 kg Kombi-Gebinde | 1 × 2 kg | 2019-02 |
Alle Werte stammen aus den verlinkten technischen Merkblättern der Hersteller. Die Spalte „Merkblatt“ nennt den Stand des jeweiligen Dokuments.
Warum hier kein „ca. 0,5 kg/m²“ steht
Beim Fliesenkleber muss man sich auf eine Verbrauchstabelle des Herstellers verlassen, weil niemand vorhersagen kann, wie viel Mörtel eine bestimmte Zahnkelle bei einem bestimmten Neigungswinkel abzieht. Beim Fugenmörtel ist das anders. Die Fuge ist ein Quader mit bekannten Kanten: so breit wie das Fugenkreuz, so tief wie die Fliese, so lang wie der Umfang der Fliese – halbiert, weil sich zwei Fliesen jede Fuge teilen. Daraus folgt direkt der Verbrauch:
Verbrauch [kg/m²] = ((L + B) ÷ (L × B)) × Fugenbreite × Fugentiefe × ρ — L, B, Fugenbreite und Fugentiefe in Millimetern, ρ als Rohdichte in kg/dm³. Der vordere Teil ergibt die Fugenlänge je Quadratmeter, multipliziert mit Breite und Tiefe wird daraus eine mittlere Schichtdicke in Millimetern. Und weil ein Millimeter auf einem Quadratmeter genau ein Kubikdezimeter ist, ergibt die Rohdichte in kg/dm³ ohne jeden Umrechnungsfaktor die Kilogramm.
Was das praktisch bedeutet, zeigt die Formattabelle weiter oben: Bei 3 mm Fuge und 10 mm Tiefe verbraucht ein 2-cm-Mosaik 4,5 kg/m², ein 60 × 60-Feinsteinzeug 0,15 kg/m². Das ist der Faktor 30. Ein Mittelwert, der beides abdecken soll, ist für den Mosaikleger um den Faktor 15 zu niedrig und für den Großformatleger um den Faktor 15 zu hoch – der eine steht mitten in der Arbeit ohne Material da, der andere hat einen 15-kg-Sack gekauft und braucht 1,8 kg.
Ganz exakt ist die Formel übrigens nicht, und das gehört dazugesagt: Sie rechnet mit dem Fliesenmaß statt mit dem Achsmaß und lässt das kleine Eckquadrat weg, wo vier Fugen zusammenstoßen. Bei 60 × 60 cm und 3 mm Fuge liegt sie dadurch etwa 0,8 Prozent über dem geometrisch exakten Wert – sie irrt also in die Richtung, in der man beim Materialeinkauf irren möchte.
Fugenbreite, Fugentiefe – und was passiert, wenn das Produkt den Bereich nicht abdecktDer Verbrauch ist in beiden Fugenmaßen linear. Doppelte Fugenbreite heißt doppelter Verbrauch, doppelte Fugentiefe ebenso. Deshalb ist die Fliesendicke keine Nebe…
Der Verbrauch ist in beiden Fugenmaßen linear. Doppelte Fugenbreite heißt doppelter Verbrauch, doppelte Fugentiefe ebenso. Deshalb ist die Fliesendicke keine Nebensache: Zwischen einer 6 mm dicken Wandfliese und einer 10 mm dicken Bodenfliese liegen bei sonst gleichen Werten zwei Drittel Mehrverbrauch.
Dass die Fugentiefe gleich der Fliesendicke ist, ist keine Vereinfachung, sondern Vorgabe. PCI schreibt „gleichmäßig tief auf Plattendicke auskratzen und reinigen“, Sopro „in Plattenstärke freilegen“, und alle drei Hersteller verlangen, den Fugenquerschnitt vollständig zu füllen. Eine nur halb tief gefüllte Fuge hält die Fliesenkante nicht seitlich und bricht unter Last aus.
Jeder Fugenmörtel hat einen Bereich, in dem er funktioniert, und der steht im Merkblatt. Er hat nach beiden Seiten einen Grund: Nach unten begrenzt ihn die Körnung – ARDEX GK hat 0,7 mm Maximalkorn und ist deshalb erst ab 4 mm freigegeben, in einer 2-mm-Fuge käme das Korn schlicht nicht hinein. Nach oben begrenzt ihn das Schwindmaß: Ein fein abgestimmter Mörtel für 1 bis 10 mm reißt in einer 15-mm-Fuge beim Abbinden.
- 1 bis 10 mm – Sopro DF 10, PCI Nanofug, ARDEX G 10. Die Standardfuge für Wand und Boden im Innenbereich.
- 2 bis 20 mm – Sopro FL plus. Der zementäre Breitfugenmörtel für Bodenklinker, Spaltplatten und Terrasse.
- ab 4 mm, ohne genannte Obergrenze – ARDEX GK. Das Datenblatt nennt nur eine Untergrenze; nach oben macht ARDEX keine Angabe.
- 1 bis 20 mm – PCI Durapox Premium. Der Epoxidharzmörtel deckt als einziger den gesamten Bereich ab.
Liegt deine Fugenbreite außerhalb des Bereichs, gibt dieser Rechner kein Ergebnis aus, sondern die Begründung. Die Formel würde brav weiterrechnen – aber eine korrekte Zahl für eine unzulässige Ausführung ist wertlos. Einen dokumentierten Ausweg nennt nur PCI: Nanofug darf ab 10 mm Fugenbreite mit 25 Prozent Quarzsand F 32 (0,1 bis 0,4 mm) abgemischt werden. Die Rohdichte dieser Mischung steht allerdings in keinem Merkblatt, deshalb rechnet auch dieser Rechner den Fall nicht durch.
Nach unten gibt es zusätzlich eine Planungsgrenze, die nichts mit dem Produkt zu tun hat: Für Großformate ab 0,25 m² – also schon ab 50 × 50 cm – empfiehlt die ZDB-Fachinformation eine Mindestfugenbreite von 3 mm. Großformate haben größere Maßtoleranzen, und eine 1-mm-Fuge kann die nicht aufnehmen.
Die Rohdichte: eine Zahl, drei Kandidaten auf dem Merkblatt – und nur einer stimmtρ ist der einzige Wert in der Formel, der vom Produkt kommt, und er streut kräftig: 1,5 kg/dm³ bei Sopro DF 10, Sopro FL plus und PCI Nanofug, 1,8 bei ARDEX G 10,…
ρ ist der einzige Wert in der Formel, der vom Produkt kommt, und er streut kräftig: 1,5 kg/dm³ bei Sopro DF 10, Sopro FL plus und PCI Nanofug, 1,8 bei ARDEX G 10, 2,0 bei ARDEX GK, 1,6 beim Epoxidharzmörtel PCI Durapox Premium. Zwischen der leichtesten und der schwersten Fuge liegen bei identischer Fugengeometrie ein Drittel Mehrverbrauch. Bei ARDEX GK ist das kein Nachteil, sondern die Rechnung: Die Belastungsfuge erreicht 100 N/mm² Kugeldruckhärte, das Doppelte einer Standardfuge, und dichter gepackter Mörtel wiegt eben mehr.
Der Haken: Auf einem Merkblatt stehen oft mehrere Dichteangaben, und wer die falsche greift, rechnet zuverlässig daneben. ARDEX G 10 nennt beide nebeneinander – Schüttgewicht ca. 1,1 kg/l und Frischgewicht des Mörtels ca. 1,8 kg/l. Das Schüttgewicht ist die lose Schüttung des Pulvers im Sack, mit Luft zwischen den Körnern; in der verdichteten Fuge ist davon nichts übrig. Wer damit rechnet, kommt 39 Prozent zu niedrig heraus.
Umgekehrt geht es genauso schief: PCI Nanofug nennt „Dichte des angemischten Materials / Frischmörtelrohdichte ca. 1,9 g/cm³“. Das ist die Dichte des mit Wasser angerührten Mörtels – der Verbrauch wird aber in Trockenpulver gerechnet, weil du Trockenpulver kaufst. Mit 1,9 statt 1,5 läge die Rechnung 27 Prozent über den Verbrauchswerten, die PCI im selben Merkblatt für vier Fliesenformate ausweist.
Deshalb ist jede Rohdichte in der Produkttabelle mit ihrer Herkunft ausgewiesen. Wo das Merkblatt eine Verbrauchstabelle nach Fliesenformat nennt, ist ρ daraus zurückgerechnet und gegen jede Zeile geprüft – bei PCI Nanofug gehen zwei der vier Zeilen exakt auf, bei ARDEX G 10 acht von neun. Die eine Ausnahme bei ARDEX (10 × 10 cm: Datenblatt 0,45, Formel 0,54 kg/m²) sieht nach einem Zahlendreher im Datenblatt aus, weil alle Nachbarzeilen 1,8 kg/dm³ bestätigen. Wir haben sie stehen lassen und rechnen mit 1,8 durch, statt für ein einzelnes Format umzuschalten.
Beim Epoxidharz ist die Sache anders gelagert. PCI gibt für Durapox Premium „ca. 1.600 g/m² und mm Schichtdicke“ an – das sind definitionsgemäß 1,6 kg/dm³, und zwar für das fertig angemischte Material. Ein Trockenpulver gibt es hier nicht: Basis und Härter kommen im Kombi-Gebinde und werden vollständig verarbeitet. Der berechnete Bedarf ist deshalb direkt die Menge, die du kaufst und auch anrührst.
Typische Fehler bei der Mengenermittlung
- 1
Mit einem kg/m²-Wert aus dem Netz rechnen, statt das Format einzusetzen
Der Verbrauch schwankt zwischen 0,075 und 4,5 kg/m², je nach Format – Faktor 60. Jeder gemittelte Wert ist für fast jeden konkreten Fall grob falsch. Die Formel braucht vier Zahlen, die du alle am Karton ablesen kannst; es gibt keinen Grund, stattdessen zu schätzen.
- 2
Bei Mosaik die Mattengröße statt der Steinchengröße eingeben
Eine 30 × 30 cm große Mosaikmatte besteht aus 2-cm-Steinen. Rechnet man mit 300 × 300 mm, kommen 0,3 kg/m² heraus; richtig sind mit 20 × 20 mm etwa 4,5 kg/m². Das ist Faktor 15 – der teuerste Eingabefehler, den man in diesem Rechner machen kann.
- 3
Den Waschverlust nicht einplanen
ARDEX beziffert im Datenblatt zu G 10 das Material, das als Schleier auf den Fliesen bleibt statt in der Fuge, mit 0,05 bis 0,10 kg/m². Bei einem 60 × 60-Boden mit 0,15 kg/m² Fugenbedarf sind das bis zu zwei Drittel obendrauf. Bei Mosaik fällt derselbe absolute Verlust kaum ins Gewicht – bei Großformaten dominiert er die Rechnung.
- 4
Zu früh verfugen
Gerade bei Großformaten trocknet der Fliesenkleber langsam, weil ihm über die wenigen Fugen kaum Wasser entweichen kann. Die Herstellerhinweise zur Großformatverlegung nennen dafür eine Wartezeit von bis zu zwei Tagen. Wer früher verfugt, schließt die Restfeuchte ein – sichtbar wird das später als Farbunterschied in der Fuge oder als Ausblühung.
- 5
Die Fuge nicht auf volle Plattenstärke auskratzen
Bleibt Kleber in der Fuge stehen, sinkt die Fugentiefe – und mit ihr proportional der Verbrauch. Die berechnete Menge stimmt dann nicht mehr, und schlimmer: Die Fuge stützt die Fliesenkante nicht mehr über die volle Höhe. Alle drei Hersteller verlangen deshalb, die Fuge vor dem Erhärten des Verlegemörtels in Plattenstärke freizulegen.
Häufige Fragen
Wie viel Fugenmörtel brauche ich pro m²?
Das hängt vollständig am Format. Bei 3 mm Fugenbreite, 10 mm Fugentiefe und einer Rohdichte von 1,5 kg/dm³ sind es 0,15 kg/m² bei 60 × 60 cm, 0,3 kg/m² bei 30 × 30 cm, 0,9 kg/m² bei 10 × 10 cm und 4,5 kg/m² bei einem 2-cm-Mosaik. Ein einzelner Faustwert kann diese Spanne nicht abbilden – deshalb rechnet dieser Rechner sie aus deinen vier Maßen statt sie zu schätzen.
Wie berechnet man den Fugenmörtel-Verbrauch?
Mit der Formel ((L + B) ÷ (L × B)) × Fugenbreite × Fugentiefe × Rohdichte. Alle Längen in Millimetern, die Rohdichte in kg/dm³, das Ergebnis in kg/m². Beispiel für 60 × 60 cm mit 3 mm Fuge und 10 mm Tiefe: ((600 + 600) ÷ 360 000) × 3 × 10 = 0,1 mm mittlere Schichtdicke, mal 1,5 kg/dm³ ergibt 0,15 kg/m². Die Fugentiefe ist dabei immer die Fliesendicke.
Wie viel Fugenmörtel brauche ich für 10 m² Feinsteinzeug 60 × 60?
Bei 3 mm Fugenbreite und 10 mm Fliesendicke sind das 0,15 kg/m², also 1,5 kg für 10 m². Mit ARDEX G 10 (Rohdichte 1,8 kg/dm³) sind es 1,8 kg, mit ARDEX GK wären es 2,0 kg – GK ist bei 3 mm Fugenbreite allerdings gar nicht freigegeben. In allen Fällen reicht das kleinste Gebinde: Sopro DF 10 gibt es ab dem 1-kg-Eimer, PCI Nanofug ab dem 4-kg-Beutel.
Warum brauche ich für Mosaik so viel mehr Fugenmörtel?
Weil der Verbrauch an der Fugenlänge je Quadratmeter hängt, nicht an der Fläche. Bei 60 × 60 cm liegt 1 Prozent der Fläche in der Fuge, bei einem 2-cm-Mosaik sind es 30 Prozent – bei gleicher Fugenbreite von 3 mm. Ein Mosaikboden ist zu knapp einem Drittel Fugenmörtel, und genau das macht den Faktor 30 gegenüber dem Großformat aus.
Wie tief muss die Fuge gefüllt werden?
Auf volle Plattenstärke. PCI schreibt „gleichmäßig tief auf Plattendicke auskratzen“, Sopro „in Plattenstärke freilegen“; beide verlangen, den Fugenquerschnitt vollständig zu füllen. Deshalb ist im Rechner die Fugentiefe identisch mit der Fliesendicke. Eine Ausnahme nennt nur PCI Durapox Premium: Bei Nachverfugungsarbeiten genügen mindestens 3 mm Fugentiefe.
Welche Fugenbreite bei großformatigen Fliesen?
Mindestens 3 mm. Ab einer Fliesenfläche von 0,25 m² – das ist bereits bei 50 × 50 cm erreicht – gilt eine Fliese nach dem ZDB-Merkblatt „Großformate“ als großformatig, und die ZDB-Fachinformation empfiehlt für diese Formate eine Mindestfugenbreite von 3 mm. Grund sind die größeren Maßtoleranzen großer Platten: Eine schmalere Fuge kann sie nicht ausgleichen und platzt an den Kanten aus.
Was bedeutet CG2 WA auf dem Sack Fugenmörtel?
Das ist die Klassifizierung nach DIN EN 13888. CG steht für einen zementhaltigen Fugenmörtel, RG für einen aus Reaktionsharz. Die Ziffer 2 bedeutet erhöhte Anforderungen, W eine verringerte Wasseraufnahme, A eine hohe Abriebbeständigkeit. Vier der sechs hier hinterlegten Produkte sind CG2 WA beziehungsweise CG2 A, eines ist ein RG-Epoxidharzmörtel – und bei einem nennt das Merkblatt schlicht keine Klasse.
Welcher Fugenmörtel für welche Fugenbreite?
Jedes Produkt nennt im Merkblatt einen Bereich, für den es freigegeben ist, und der steht meist schon im Namen: Sopro DF 10 DesignFuge Flex deckt 1 bis 10 mm ab, Sopro FL plus reicht bis 20 mm, ARDEX GK ist ab 4 mm ohne genannte Obergrenze freigegeben. Der Bereich ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze in beide Richtungen: In einer zu schmalen Fuge lässt sich ein grobkörniger Breitfugenmörtel nicht vollständig einbringen, die Fuge bleibt hohl und bricht später aus. Deshalb rechnet dieser Rechner außerhalb des Bereichs bewusst nicht weiter – die Formel würde brav eine Zahl liefern, aber es wäre die Zahl zu einer Ausführung, die der Hersteller nicht deckt.
Zementfuge oder Epoxidharzfuge?
Die Klassifizierung nach DIN EN 13888 trennt beides: CG ist ein zementhaltiger Fugenmörtel, RG einer aus Reaktionsharz. Fünf der sechs hier hinterlegten Produkte sind zementär, eines ist ein RG-Epoxidharzmörtel. Zementfugen sind der Normalfall und lassen sich mit Wasser einwaschen; Epoxidharz kommt dort infrage, wo dauerhafte Chemikalien- und Wasserbelastung herrscht – Großküche, Schwimmbadumgang, Industrieboden. Der Preis dafür ist die Verarbeitung: Reaktionsharz reagiert unabhängig vom Wasserentzug, verzeiht keine Nacharbeit und muss innerhalb der Topfzeit vollständig abgewaschen sein, sonst bleibt ein Schleier stehen, den man nicht mehr entfernt.
Für wie viele Quadratmeter reicht ein 5-kg-Eimer Fugenmörtel?
Bei 3 mm Fuge, 10 mm Tiefe und 1,5 kg/dm³ Rohdichte: rund 33 m² bei 60 × 60 cm, 17 m² bei 30 × 30 cm, 5,6 m² bei 10 × 10 cm und 1,1 m² bei einem 2-cm-Mosaik. Diese Reichweiten gelten ohne Waschverlust und ohne Rest im Eimer – der Rechner gibt sie dir für deine konkreten Maße als Kennzahl „Reichweite je Gebinde“ aus.
Passt dazu
- Kleber und Fuge kauft man im selben Gang – hier die andere Hälfte: Fliesenkleber-Verbrauch: Sackzahl nach Zahnung und Produkt
- Eine unebene Fläche zeigt sich später an ungleichmäßigen Fugenbreiten. Vorher spachteln: Ausgleichsmasse-Verbrauch: Sackzahl nach Schichtdicke und Produkt
- Für den Aufbau darunter, wenn der Boden neu entsteht: Estrich-Menge berechnen: Sackzahl nach Schichtdicke und Aufbau
- Wenn die zu verfugende Wand erst noch gestellt wird: Trockenbauwand berechnen: Material für die Metallständerwand
Verwendete Quellen
Alle Verbrauchswerte auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten. Stand der Seite: 2026/08.
- BOTAMENT Systembaustoffe: Hinweise zur Verlegung von großformatigen Fliesen (mit Bezug auf das ZDB-Merkblatt „Großformate“ und die ZDB-Fachinformation zur Mindestfugenbreite) (Stand 2021-05)
- ARDEX GmbH: ARDEX GK Belastungsfuge – Produktseite mit der Klassifizierung CG2 A nach EN 13888 (Stand 2026-08)
- Sopro: Technisches Merkblatt Sopro DF 10 DesignFuge Flex 1–10 mm (Stand 2021-09)
- Sopro: Technisches Merkblatt Sopro FL plus FlexFuge plus 2–20 mm (Stand 2026-01)
- PCI: Technisches Merkblatt PCI Nanofug (Technisches Merkblatt, Ausgabe 3/26) (Stand 2026-03)
- ARDEX: Technisches Merkblatt ARDEX G 10 PREMIUM Flex-Fugenmörtel (Stand 2020-07)
- ARDEX: Technisches Merkblatt ARDEX GK Belastungsfuge (Stand 2022-06)
- PCI: Technisches Merkblatt PCI Durapox Premium (Technisches Merkblatt 455) (Stand 2019-02)